„TuS für Herten“

6 Jahre, 6 Saisons, 1 Projekt – und nun? Unser TuS hat Bilanz gezogen. Team #1 schlägt mittlerweile seit drei Jahren in der Regionalliga auf, der Verein lebt Volleyball mit Leidenschaft und zieht mit seiner Philosophie national Aufmerksamkeit auf sich. Ist hier das Ende erreicht? Kommt es zum Stillstand? Klare Antwort: Nein! Einige Kreativ-Meetings und Brainstormings sorgen für neue Ansätze. Unser TuS sprudelt vor Ideen, die wir Euch nicht vorenthalten wollen. Maximale Transparenz, die Euch und Eure Vereine inspirieren soll.

Blogpost 4: Alles unter einem Dach

12. Juli 2020, 10 Uhr (nicht 11). Wer ist dabei? Sandra Kowallek, Ferdi Stebner, Stefanie Herkelmann, Maike Weishaupt, Marvin Hansmann, Michael Böhm, Julia Spiekermann.

Ideen, Ideen und noch mehr Ideen – an Innovationsgeist mangelt es dieser Truppe definitiv nicht. Schön und gut, doch je mehr Ideen gefunden werden, desto mehr fehlt auch eine Leitstruktur. Eine Grundlage, die all die aufkeimenden Konzepte für potenzielle Arbeitsgruppen zusammenfasst und ihnen einen roten Faden bietet. Anlass des heutigen Treffens ist also eine Art „Dach“ zu finden. Die Frage ist nur, wie das aussehen könnte. Ein Netzwerk? Die Idee einer „Akademie“? Themen wie Umwelt? Bildung? Alles sehr wichtige Bestandteile des neuen Projektes, jedoch kristallisiert sich ein Bindeglied zwischen diesen Sparten heraus: Die Sustainable Development Goals der United Nations (SDGs). Oder anders: 17 nachhaltige Entwicklungsschritte; 2015 aufgestellt von den Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen mit dem Ziel „eine einheitliche Basis für Frieden und Wohlstand für die Menschen und den Planeten“ zu schaffen. Darunter zählen Kategorien wie Klimaschutz, Gesundheit und Wohlbefinden, Bildung oder die Reduzierung von Ungleichheiten. 17 Kategorien, die viele der Themen, mit denen sich unser TuS in den letzten Jahren beschäftigt hat bzw. noch auseinandersetzen möchte, zusammenfassen. Auf den ersten Blick mögen diese Schwerpunkte der UN für einen kleinen Volleyballverein aus dem Ruhrgebiet ein Stück zu hochgegriffen erscheinen. Aber genau das ist der Knackpunkt: „TuS für Herten“ soll den Menschen, Unternehmen und Vereinen der Umgebung helfen, sich untereinander zu vernetzen, gegenseitig zu unterstützen und fortzubilden – all das auf einer dem TuS möglichen Ebene. Sprich, die Förderung von lokalen Organisationen oder die Sensibilisierung für Themen wie Klima und der Verantwortung gegenüber Umwelt bzw. dem sozialen Umfeld. Dabei stets geleitet von der Frage „Was können wir tun, um Menschen auf attraktive Art von einer nachhaltigen Denkweise zu überzeugen?“. So entstünde ein vereininternes wie -externes Bildungssystem, in dem man voneinander profitiert und lernt. Eigentlich sollten die Sustainable Development Goals im Lehrplan aller Schulen stehen sowie in der Philosophie eines jeden Unternehmen verankert sein. Leider sind diese Entwicklungsziele nur wenigen Menschen bekannt, doch wie Micha im schönsten Ruhrpott-Deutsch sagt: „Wir machen dat sexy!“. Dieses Konzept ermöglicht sowohl auf sportlicher Ebene als auch in Hinsicht auf die TuS-Denkweise eine nachhaltige Vereinsentwicklung. Fehlt noch die Umsetzung – gesagt, getan: Im ersten Schritt der Umsetzung müssen Strukturen geformt werden. Um die Werte der Ziele verständlich zu machen und weiterzugeben, flammt erneut die Idee der Akademie auf, unter dessen Dach Arbeitsgruppen gegründet werden sollen, die die Themen der SDGs und die bereits vorhandenen Projekte des TuS‘ zusammenbringen. Gleichzeitig wird das Wort „Projekt“ fortan aus dem Wortschatz gestrichen, ebenso die zeitliche Begrenzung, die die Bezeichnung innehält. Erste „Verhandlungen“ ergeben, dass Sandra Kowallek und Ferdi Stebner als Interimsduo die Leitung der Akademie übernehmen. Puh – die Köpfe rauchen, aber feststeht: Wir haben unser Dach gefunden.

Blogpost 3: Wilder Ideenaustausch

6. Juni 2020, 10 Uhr. Wer ist dabei? Sandra Kowallek, Ferdi Stebner, Stefanie Herkelmann, Maike Weishaupt, Marvin Hansmann, Ralf Wehling, Michael Böhm, Julia Spiekermann.

Ja, richtig: 10 Uhr. Ideen sammelt man bekanntlich besser morgens, Workshops sind effektiver mit einem Mittagssnack. Auf der To-Do-Liste stehen vier Stunden Brainstorming mit dem Ziel, „dass wir später das Gefühl haben, dass da was Fetziges auf uns zukommt“ (Zitat Ferdi Stebner). Heute geht es nicht um Konkretisierungen oder handfeste Planung, sondern darum, der Kreativität freien Lauf zu lassen. Der Plan lautet zwei Gruppen, zwei Themen. Während sich ein Team zunächst dem Punkt „Story/Geschichte“ widmet, erarbeitet der zweite Teil Ansätze rund um den Bereich „Verein & Netzwerk“. Nach der ersten Brainstormphase wird getauscht, danach präsentiert. Schnell ist klar, ohne Druck entstehen im kleinen Kreis große Ideen. Zum ersten Themenpunkt „Story“ soll gemäß dem 5A-Motto „attraktiv, anders als alle anderen“ ein neues Rahmenprogramm rund um den Volleyballsport entstehen, in das verschiedene Bausteine einfließen. Gesundheit, Bildung, Soziales, Fitness, usw. sollen mit Nachhaltigkeit kombiniert werden; der Verein will Haltung zeigen und sich für Hertener Projekte einsetzen (z.B. durch Projekt-Patenschaften). Weiterhin begleitet das Leitbild die Überlegungen, sodass Fans eingebunden, Traditionen bewahrt und Innovationen gelebt werden sollen. Bei der zweiten Angelegenheit „Verein/Netzwerk“ liegt der Fokus auf der internen sowie externen Verbindung von einzelnen Strukturen; der Ansatz einer „TuS-Akademie“ flammt auf: Eine Einrichtung/Institution/Organisation, die im Sinne des geplanten Rahmenprogramms Netzwerk, Verein und Volleyball verknüpft. Vorträge von verschiedenen vereinsinternen und -externen Rednern lassen Menschen aus Herten zusammenkommen. Ob und inwiefern dieses Konzept realisierbar ist, sei dahingestellt. Heute geht es (wie gesagt) nur um einen wilden Ideenaustausch, der definitiv zustande gekommen ist – dank Pizzabrötchen und Sitzsack.

Blogpost 2: Strukturwandel

13. Mai 2020, 19 Uhr. Wer ist dabei? Sandra Kowallek, Ferdi Stebner, Stefanie Herkelmann, Maike Weishaupt, Marvin Hansmann, Michael Böhm, Julia Spiekermann.

Elf Tage individuelles Brainstorming müssen reichen. Diesmal zu Gast in der orangenen Heimstätte des TuSschen Lieblingssenders RE-TV, hat das Team Zuwachs in Form eines objektiven „Projektkenners“ erhalten – Hausherr Michael Böhm ist mit an Bord. Nachdem das letzte Treffen zum einen viele Fragen hinterließ, steht auf der anderen Seite eines fest: Mit dem neuen Konzept soll Nachhaltigkeit in den Verein fließen, von der alle Mannschaften und Vereinsmitglieder erfasst werden. Oder geht der Gedanke gar über die Vereinsgrenze hinaus? Die Idee eines Hertener Netzwerks flammt auf – „TuS für Herten“ wird zum Leitansatz. In welcher Sparte diese Interaktion stattfinden wird, ob man sich spezialisiert in Richtung Gesundheit, Sozialer Arbeit, Sport usw., steht noch in den Sternen. Denn bevor zu weit gedacht wird und die Innovation dem „Unterbau“ des Vereins vorauseilt, muss die Basis der Nachhaltigkeit klar gegliedert werden; es erfordert eine Veränderung der vereinsinternen Netzwerke. Es gilt, nicht über das Ziel hinauszuschießen, sondern sich die derzeitige Situation zu Nutze zu machen, und Schritt für Schritt ein Fundament zu errichten, auf dem der Verein weiter wachsen kann. Dieser Ansatz soll mithilfe eines 2- (womöglich sogar 3-) Jahres-Plans in die Tat umgesetzt werden. Beginnend mit einem Strukturwandel in der ersten Periode, will der TuS daran arbeiten, sich auf jeder Ebene neu, nachhaltiger und effektiver zu organisieren; angefangen innerhalb der jeweiligen Mannschaften bis hin zu Führungspositionen wie dem Vorstand. Dabei vertritt der Verein stets den Gedanken der maximalen Transparenz, intern wie extern. So soll der Ansatz bereits in dieser ersten Phase mit den Partnern kommuniziert sowie erste Gespräche betreffend des zweiten innovativen/kreativen Jahres geführt werden. Denn nachdem der Grundstein gelegt wurde, kann mit dem Aufbau einer neuen Story rund um Volleyball, die im dritten Jahr weiter ausgebaut werden soll, begonnen werden: Der Hertener Netzwerk-Gedanke ist zurück im Spiel. Ein erstes, grobes Konzept liegt nun vor, fehlen noch Mitstreiter, die es unterstützen. Dazu müssen zwei der drei unten genannten Variablen ins Boot geholt werden: Vorstand und TultraS – Struktur und Stimmung, beide unersetzlich. Nächster Schritt: Ein halbtägiger Workshop mit wildem Ideenaustausch und zwischendurch – ein kleiner Mittagssnack.

Blogpost 1: Begin again

2. Mai 2020, 18 Uhr. Wer ist dabei? Sandra Kowallek, Ferdi Stebner, Stefanie Herkelmann, Maike Weishaupt, Marvin Hansmann, Julia Spiekermann.

Es war einmal des Präsis Garten: Aus den kleinen Schuhen der Grünanlage ist der Verein herausgewachsen, als Ideenschmiede dient vorläufig die Cafeteria der Knappenhölle. Hier treffen sich heute einige Vereinsmitglieder; da seit geraumer Zeit ein Virus kursiert, mit gebührendem Abstand. Corona zwingt die Gesellschaft zur Entschleunigung und erfordert Stagnation – Wirklich? Dieser Frage stellen sich die sieben kreativen TuS-Köpfe. Anlass des Gesprächs ist „Unser TuS“, so der Name des Projekts, das 2014 im besagten Garten des TuS-Präsidenten ins Leben gerufen wurde. Innerhalb von drei Jahren ging die Entwicklung des Vereins durch die Decke; vor allem sportlich. Doch laut offizieller Definition ist ein Projekt „ein zielgerichtetes, einmaliges Vorhaben mit Anfang- und Endtermin“. Man könne also meinen, nach drei Aufstiegen sowie dem Erreichen großer medialer Präsenz sei nun Schluss und der „Endtermin“ erreicht. Und jetzt? Stillstand und Stagnation? Den Status Quo halten und den Fokus vor allem auf Volleyball legen? Stebner, Kowallek & Co. kommen zu der Ansicht, dass diese Szenarien TuS Herten nicht gerecht werden. Zu groß ist das unterschwellige Potenzial, das Verein und Umgebung mit sich bringen. Doch um daraus Nutzen ziehen zu können, muss eine neue Geschichte geschrieben werden – eine Geschichte, in der alle mit an Bord geholt werden sollen. Man stelle sich diesen Ansatz wie das vier-Ringe-Logo einer bekannten deutschen Autofirma vor: In unserem Fall sind es drei unersetzliche Variablen, die miteinander konfluieren sollen – Vorstand, Projekt und TultraS. Doch sind die drei Bereiche bereit, gemeinsam einen neuen Weg einzuschlagen? Kann bereits in der Folgesaison eine große Entwicklung stattfinden oder sollte in der nächsten Spielzeit erst einmal das Fundament im Sinne von Strukturaufbau und -verbesserung gelegt werden? Eine Frage, die zum Nachdenken anregt und Folgetreffen dieser Art erfordert. Und so nutzt TuS Herten die Coronazeit, die neben erzwungener Entschleunigung auch Raum für Inspiration mit sich bringt, und macht aus dem Endtermin des einen Projekts, den Grundstein für ein neues (nachhaltiges) Konzept.